Multilingualität & Unterricht

MULTILINGUALITÄT & UNTERRICHT

Im zweiten Kapitel des Berichts steht das mehrsprachige Schulsystem im Vordergrund, welches kombiniert mit einer sprachlich heterogenen Schülerschaft eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. In den Beiträgen werden die sprachlichen Aspekte jedoch nicht nur analysiert, sondern es liegen auch Ergebnisse aus Studien vor, die konkrete Fördermaßnahmen anstoßen können.

(Pascale Engel de Abreu)

Dieser Beitrag behandelt die kognitiven Grundlagen des einsprachigen und mehrsprachigen Spracherwerbs. Im Fokus steht die Frage, was aktuelle Forschungsergebnisse über die Fähigkeit von Kindern, mehr als nur eine Sprache zu lernen, aufzeigen und welches die Folgen einer mehrsprachigen Erziehung für die kognitive Entwicklung sind. 

  1. Was versteht man unter Mehrsprachigkeit? 
  2. Sprachentwicklung bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern 
  3. Mehrsprachigkeit und das kindliche Gehirn 
  4. Sprachenvielfalt bei Kindern mit Migrationshintergrund: Chance oder Hindernis? 
  5. Sprachförderung für Vorschulkinder in Luxemburg 
  6. Fazit

(Claudine Kirsch)

In Luxemburg traten 2017 neue Gesetze in der formalen und der non-formalen Bildung für eine mehrsprachige Bildung in der frühen Kindheit in Kraft. Das Luxemburgische, das als Integrationssprache angesehen wird, bleibt weiterhin die wichtigste Sprache in allen Institutionen.

(Christina Siry, Katja N. Andersen, Sara Wilmes)

Aus der im Jahr 2009 in Luxemburg durchgeführten Bildungsreform des Elementar- und Primarschulbereichs sind zentrale Kompetenzanforderungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht hervorgegangen, die Lehrkräften als Orientierung für ihre Unterrichtsplanung und -gestaltung dienen.

(Constanze Weth)

Dieser Beitrag fragt danach, ob in Luxemburg aufwachsende Kinder unter den momentanen Bedingungen ausreichende Hilfestellung erhalten, um Bezüge zwischen den von ihnen gesprochenen Sprachen und Varietäten und dem, was in der Schrift repräsentiert ist, herstellen zu können.

  1. Allgemeine Grundlagen zu Schrift und Schrifterwerb 
  2. Schrifterwerb in Luxemburg 
  3. Was wissen wir über den Schrifterwerb luxemburgischer Schülerinnen und Schüler? 
  4. Diskussion

(Nancy Morys)

Die französische Sprache ist – neben der Alphabetisierungssprache Deutsch – für den Bildungserfolg von luxemburgischen Schülerinnen und Schülern sowie für den Zugang zum Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung.


(Constanze Weth, Sonja Ugen, Natalia Bilici, Linda Brucher)

Alle Alphabetschriften haben einen Bezug zur phonologischen (lautlichen) Ebene, aber auch zur morphologischen und syntaktischen Ebene der Einzelsprache, die sie repräsentieren. Diese beiden zuletzt genannten Bereiche werden hier als „grammatisch“ zusammengefasst. Sie haben oft keinen Bezug zur Lautung.

(Christine Schiltz)

Dieser Beitrag widmet sich mit der Methode der kognitiven Neurowissenschaft insbesondere der Frage, welchen Einfluss die Schulbildung (Mathematik), auf unsere numerischen Konzepte und deren Erlernen hat. Sie soll unter dem Gesichtspunkt des mehrsprachigen Bildungssystems in Luxemburg untersucht werden. Konkret wird dabei geprüft, ob die Sprache(n), die eine Person spricht, einen Einfluss auf die Darstellungen und Verfahren in ihrem numerisch-mathematischen Repertoire hat.

  1. Einleitung 
  2. Sprachabhängiger Umgang mit Zahlen 
  3. Sprachenabhängige Lösung von Rechenaufgaben 
  4. Fazit 

(Claude Scheuer, Andreas Bund)

Spätestens seit dem sogenannten „PISASchock“ und der damit einhergehenden Entwicklung in Sachen evidenzbasierter Bildungspolitik und Schulentwicklung wird die Frage, welche Effekte in den einzelnen Schulfächern erzielt werden, besonders intensiv diskutiert. Aus fachspezifischer Sicht gilt dieser Anspruch auch für das Fach Bewegungserziehung bzw. Sport, welches zunehmend unter Druck ger.t, die eigenen Ansprüche, wie z. B. die Vermittlung von motorischen Kompetenzen oder die Erziehung durch Bewegung, Spiel und Sport auch empirisch zu belegen.

Zum Zusammenhang zwischen den Deutsch- und Französisch-Lesekompetenzen von Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern und ihren außerschulischen Lesegewohnheiten in Luxemburg

(Monique Reichert, Charlotte Krämer, Rachel Wollschläger, Salvador Rivas, Sonja Ugen)

Der Beitrag widmet sich der Frage, ob die Unterschiede hinsichtlich der Lesehäufigkeit, der Textsorten, die von Jugendlichen in ihrer Freizeit rezipiert werden, und der Sprache, in der sie bevorzugt lesen, dabei helfen können, ihr Lesekompetenz Niveau im Deutschen und Französischen – jenseits von sozioökonomischem Status, Migrationshintergrund, Muttersprache und Geschlecht – zu erklären.

  1. Einleitung 
  2. Methode 
  3. Ergebnisse 
  4. Zusammenfassung und Diskussion

(Katja N. Andersen)

Die Ergebnisse aus PISA und ÉpStan zeigen, dass in Luxemburg Schülerinnen und Schüler der Sprachgruppen Portugiesisch, Französisch und Balkan-Sprachen in den Naturwissenschaften besonders schlecht abschneiden und dass ein gutes Sprachverständnis eine Voraussetzung zu sein scheint, um überhaupt Zugang zu den dahinterliegenden naturwissenschaftlichen Inhalten zu erhalten.

(Adelheid Hu, Flore Schank, Jean-Marc Wagner)

Der vorliegende Beitrag nimmt den Zusammenhang von Sprachbiographien luxemburgischer Lehrkräfte und deren Einstellungen zur Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext in den Blick.

  1. Einleitung und Kontextualisierung 
  2. Forschungsdesign und Ziele des Projekts 
  3. Sprachbiographien und professionelles Handeln: Einige Befunde 
  4. Fazit

(Ineke Pit-ten Cate, Mireille Krischler)

Das Recht aller Schülerinnen und Schüler auf einen gemeinsamen Unterricht in einer wohnortnahen Regelschule stellt eine Herausforderung für das luxemburgische Bildungssystem dar. Bei der erfolgreichen Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen akademischen, sprachlichen, kulturellen, ökonomischen oder sozialen Hintergründen wird den Lehrpersonen eine Schlüsselrolle zugesprochen.

  1. Einleitung 
  2. Inklusion: Eine Schlüsselrolle für Lehrpersonen 
  3. Fragestellung 
  4. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Regelklassen 
  5. Zusammenhänge zwischen Aus- und Weiterbildung, wahrgenommener Kompetenz und Selbstwirksamkeit
  6. Berufliche Unterstützung 
  7. Zusammenhänge zwischen der wahrgenommenen Kompetenz und den Einstellungen gegenüber der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf 
  8. Fazit und Ausblick: Unterstützung der Lehrpersonen bei der Umsetzung der inklusiven Praxis
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